26.12.2012  |  Podenco Canario
Beim Podenco Canario handelt es sich um eine sehr alte Jagdhunderasse der Kanarischen Inseln. Man findet ihn auf allen kanarischen Inseln, besonders jedoch auf Teneriffa und Gran Canaria. Beim Podenco Canario handelt es sich vermutlich um einen Hund altägyptischer Herkunft, der wahrscheinlich von den Phöniziern, den Griechen, den Karthagern und auch von den Ägyptern selbst auf die kanarischen Inseln eingeführt worden ist. Er ist dem Kelb-tal-Fenek (Malta) und dem Cirneco dell Etna (Sizilien) sehr ähnlich. Ähnlicher sogar als seinem Verwandten auf dem Festland, dem Podenco Ibicenco. Es handelt sich vermutlich um eine der ältesten noch existierenden Rassen, deren Spuren (Zeichnungen, Statuen) zahlreich in den Pharaonengräbern und in den Museen vertreten sind. Die Rasse ist ca. 7000 Jahre alt.Es handelt sich um einen Hund mittlerer Größe, Rüden von 55 bis 64 cm, Hündinnen von 53 bis 60 cm, von länglichem Körperbau, schlank, leicht gebaut und äußerst widerstandsfähig. Das Fell ist Rot mit Weiss bevorzugt, wobei das Rot von Orange bis Dunkelrot (Mahagoni) reicht. Alle Kombinationen dieser zwei Farben sind möglich. Das Knochengerüst ist gut entwickelt. Durch das Fehlen jeglichen Unterhautfettgewebes kann man das Relief des Rippenkorbes, die Wirbelsäule und die Hüftknochen gut erkennen. Die Muskulatur ist sehr gut entwickelt.Der Podenco Canario ist mutig, nervig, unruhig, feurig und dynamisch, imponierend, aber keineswegs aggressiv. Der Podenco Canario wird zur Kaninchenjagd verwendet und jagt dabei mit seinen 3 Sinnen Augen, Ohr und Nase. Er spürt Kaninchen durch seine hervorragende Nase und seinem Gehör selbst in tiefsten Bodenspalten, Mauerritzen oder Steinhaufen auf. Der Podenco jagt sehr selbstständig und organisiert, auch im Rudel. Er erträgt ohne weiteres die Hitze und ist im Stande, vom Morgengrauen an bis zum Einbruch der Nacht zu jagen. Eine Besonderheit sind die Pfoten des Podenco Canario: Ihre langen und flexiblen Zehen sind weit abgespreizt. Man könnte vermuten, dass dies durch Ernährungsmängel zu Haltungsfehlern geführt hat, wie z.B. durchgetretenen Pfoten. Dem ist jedoch nicht so. Es handelt sich dabei um ein typisches Merkmal der Rasse, welches durch die landschaftliche Beschaffenheit bedingt ist. Wer schon mal auf den Kanaren war, kennt den geröllartigen Lavauntergrund, an dem sich der Podenco Canario dank seiner speziellen Pfoten geradezu "festhalten" kann.

   

Sein außergewöhnliches Überleben verdankt der Podenco Canario zweifellos seinen jagdlichen Fähigkeiten, welche ihn über Jahrhunderte zu einem unentbehrlichen Helfer gemacht haben. Er ist in erster Linie ein Fährtenhund, der während der Nasenarbeit weder bellen noch die Beute greifen soll. Haben die Hunde ein verborgenes Kaninchen lokalisiert, wird ein Frettchen eingesetzt, das in den Baugängen die Verfolgung aufnimmt und das Kaninchen an die Oberfläche treibt, dort werden sie entweder von den Hunden gefangen oder von dem Jäger geschossen. Die kombinierte Jagd mit Frettchen ist eine auf den Inseln erlaubte Jagdart. Das Wesen des Podenco Canario ist ausgesprochen freundlich; anders als andere Rassen, wird er in seinem Herkunftsland nicht als Wachhund eingesetzt, so dass die meisten der Hunde auf den Kanaren kein Misstrauen gegenüber Fremden aufweisen. Dies trifft leider oft nicht auf die von Tierschutzorganisationen nach Deutschland vermittelten Hunde zu. Darunter findet man teilweise recht ängstliche Exemplare. Dies ist darauf zurück zu führen, dass sie bisher kaum Kontakt zu Menschen hatten oder dass sie in ihrem Vorleben extrem schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Bevor man sich für einen solchen Hund entscheidet, sollte man sorgfältig überlegen, ob man wirklich in der Lage ist, auf ihn einzugehen und ihm somit seine Ängste zu nehmen. Dies trifft nicht nur für den Podenco Canario zu, sondern auch auf die anderen mediterranen Lauf-, Wind- und Jagdhundrassen.

   
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